Ratgeber Parkinson
Informationen für Betroffene und Angehörige
Therapie
L-Dopa
Da die Ursachen von Parkinson weitestgehend ungeklärt sind, ist eine ursächliche Behandlung, welche das Absterben der Zellen in der Substantia nigra aufhält oder verhindert, nicht möglich. Jedoch greift eine Behandlung des Dopaminmangels in vielen Fällen relativ gut, sodass die Patienten nicht selten jahrelang ohne größere Einschränkungen leben können. Hierbei spielt L-Dopa eine wichtige Rolle. L-Dopa (Levodopa = L3,4 Dihydroxyphenylalanin) ist eine Vorstufe des Dopamins. Dieser ist es möglich, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden. I. d. R. wird ein Kombinationspräparat aus L-Dopa und einem Decarboxylasehemmer verabreicht. Letzterer verhindert eine Umwandlung von L-Dopa zu Dopamin, bevor es die Blut-Hirn-Schranke überwunden hat.
In Deutschland sind mittlerweile mehr als 20 dieser Kombinationspräparate auf dem Markt. Seit einigen Jahren gibt es zudem Präparate, die neben L-Dopa und einem Decarboxylasehemmer auch noch den COMT-Hemmer Entacapon enthalten. Dieser hemmt das L-Dopa abbauende Enzym Catechol-O-Methyltransferase und trägt somit ebenfalls zu einer möglichst hohen Dosis von L-Dopa im Zentralen Nervensystem bei.
Dopamin-Antagonisten
Zur Behandlung der Parkinsonkrankheit werden außer L-Dopa auch noch sog. Dopamin-Antagonisten eingesetzt. Diese stimulieren die Dopamin-Rezeptoren und ahmen so die Wirkung von Dopamin nach. Sie unterscheiden sich u. U. in Bezug auf die Wirksamkeit, die Wirkdauer und unerwünschte Wirkungen von L-Dopa-Präparaten.
Weitere Behandlungsmöglichkeiten
Statistiken zufolge hat die Zahl der Patienten, die sich einen Hirnschrittmacher einsetzen ließen, in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Die Geräte steuern Symptomen wie Zittern oder Bewegungsstörungen entgegen, berichteten Neurochirurgen auf einer Tagung in Münster. Weltweit trügen etwa 40.000 Menschen einen solchen Schrittmacher, mehr als 15.000 davon seien in den letzten beiden Jahren eingesetzt worden (Stand: Mai 2009).
Eine weitere, zukünftige Therapieoption stellt vielleicht die in den Tropen verbreitete Juckbohne dar. Diese Pflanze enthält laut Wissenschaftlern große Mengen L-Dopa. In klinischen Studien zeigte das aus der Juckbohne gewonnene L-Dopa eine schnellere Wirkung als das im Labor hergestellte Gegenstück.
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